Notwendigkeit von Schulter- und Knie-Operationen und Alternativen aus Sicht eines Chiropraktors

Am 21.11.17 erschien auf Spiegel Online der Artikel „Viele Schulteroperationen sind überflüssig“: 

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/viele-schulter-operationen-bei-schmerzen-sind-ueberfluessig-a-1179494.html

DCG – Präsident und Chiropraktor Timo Kaschel nimmt den Artikel zum Anlass, um über seine Erfahrungen aus der Praxis zum Thema Schulterbeschwerden zu berichten, dabei berichtet er auch über seine unmittelbaren Eindrücke anlässlich verschiedener chirurgischer Eingriffe.

„Letzte Woche war ich bei einer spannenden Veranstaltung im St. Elisabeth Krankenhaus in Leipzig. Dort bekam ein geladener Kreis von unterschiedlichen Experten und Therapeuten die Gelegenheit, vier Operationen live beizuwohnen und mit den operierenden Chirurgen direkt über die Eingriffe zu reden. Besonders beim Thema Knie-Ersatz Operation war ich begeistert von den technischen Fortschritten, die die Chancen auf eine gute Funktion nach der Operation deutlich verbessern.

Die Schulter Operation jedoch warf für mich einige Fragen auf. Auch neue Erkenntnisse aus England, die gerade im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurden, haben einige meiner Zweifel bestätigt.

Konkreter gesagt, stellen sich die folgenden Fragen:

1. Wie kann man sich so sicher sein, dass die größte Abweichung vom anatomischen Ideal auf einem Röntgenbild auch der Schmerzauslöser ist?

Kann man meiner Meinung nach nicht und das auch bis weit nach der OP nicht.

 

2. Kann es sein, dass auch diese Operation einen starken kontextualen Plazebo Effekt hat – ähnlich dem bei Kniespiegelungen?

Ich jedenfalls halte das für sehr wahrscheinlich.

In der  Lancet-Studie wurden die Daten von über 300 Personen mit drei Monate anhaltenden Schulterschmerzen erhoben. Von diesen wurden 100 gar nicht operiert, den anderen 100 wurde lediglich ‚in das Gelenk geschaut‘ und den letzten 100 wurden Knochen und Weichteile operativ entfernt, ‚um den Gelenkspalt zu erweitern‘.

Das Ergebnis der Studie besagt, dass es, obwohl es allen etwas besser ging,  nach 12 Monaten keine klinischen, sprich für den Patienten spürbaren, Unterschiede zwischen allen drei Methoden gab.

Aber wie kann das sein?

Erklärungsansätze können in Ruhigstellung, (erhöhter) menschlicher Aufmerksamkeit oder in den angewendeten Rehamaßnahmen zu finden sein.

Welche alternative Behandlung bietet aber nun der Chiropraktor bei Schulterbeschwerden an?

Anatomisch betrachtet, wird der Schultergürtel muskulär von der Schädelbasis bis zur Lumbalfaszie eingefasst. Außerdem geht der Schulter-„Gürtel“ von vorn bis hinten ganz um den Körper herum.

Wo setzt der Chiropraktor an? Da die Funktionalität der gesamten Hals- und Brustwirbelsäule , ebenso wie die Gelenke der Hand und des Ellenbogensextrem hier gefragt sind, werden diese besonders intensiv untersucht und behandelt. Hierzu kommt natürlich auch der 5-Gelenk-Komplex auf jeder Schulterseite. Konkrete, umsetzbare und effektive Übungsanleitungen runden die Behandlung ab und können dabei helfen, die Schulterbeschwerden allmählich wieder verbessern oder abklingen zu lassen.

Also: Vor einem Eingriff für eine Zweitmeinung am besten einen Chiropraktor konsultieren. Wir sehen uns!

https://www.npr.org/sections/health-shots/2017/11/20/565406503/popular-surgery-to-ease-chronic-shoulder-pain-called-into-question?utm_source=facebook.com&utm_medium=social&utm_campaign=npr&utm_term=nprnews&utm_content=2049

http://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736(17)32457-1.pdf